Die weltweit einzigartige pädagogische Initiative für den Elementar-, Primar- und Heimbereich

“Schach für Kids” beim Bundespräsidenten im Schloss Bellevue

Frank-Walter Steinmeier - Ralf Schreiber - Bodyguards
Arbeitszimmer des Bundespräsidenten

Für die Umsetzung der weltweit einzigartigen Initiative Schach für Kids e.V., die inzwischen bei mehr als 60.000 Kinder die Entwicklung hat fördern können, wurde der Initiator und Vorsitzende Ralf Schreiber, sowie seine Tochter Sarah Schreiber, vom Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier mit vielen anderen ehrenamtlich tätigen Menschen aus Deutschland eingeladen.

Begleitet wurde er von seiner Tochter Sarah. Sie wollte bereits mit 2,5 Jahren unbedingt das Schachspiel erlernen und hat damit dieses Projekt ausgelöst. Die Entwicklungssprünge, die bei ihr entdeckt wurden, löste eine wissenschaftliche Studie und einen Großversuch mit 5.000 Kindern aus. Die Ergebnisse waren so positiv, dass daraus ein pädagogisches Programm entstand. Mehr hierzu auf www.schach-fuer-kids.de.

Da man im Leben vom Bundespräsidenten in das Schloss Bellevue nicht so oft eingeladen wird, ist dies sicherlich ein paar Zeilen wert. Hier ein kleiner Erlebnisbericht von Ralf Schreiber.

Kaum war man am Schloss Bellevue angekommen, ging es durch die sicherlich notwendigen Sicherheitsschleusen. Das Harmloseste war sicherlich noch die Überprüfung der Personalien. Hat man sich kurz zuvor noch schick gemacht, konnte man sich sogleich wieder "nackig" machen. Zunächst fand das übliche durchleuchten der mitgebrachten Gegenstände, des Sakkos und der Hosentaschen statt, ging es auch schon durch die Sicherheitsschleuse, die natürlich fröhlich mitteilte, dass man da noch was haben könnte was nicht koscher sei. Also war ein intensives Abtasten des ganzen Körpers von Nöten. Da nichts Relevantes gefunden wurde, durfte man sich wieder anziehen und es ging in den Vorhof des Schlosses. Dort erhielten wir dann auch das Programm für den heutigen Tag. Dann ging es zum Schlosseingang, schnell ein Foto gemacht und einmal das Schloss durchlaufen ging es in den Schlosspark. Dort wurden wir von den ersten Helfern empfangen, die uns mit Sekt, Saft, Snacks usw. versorgten. Kurz mit den nötigsten ausgestattet, ging es zur Bühne wo die Sächsische Bläserphilharmonie für die erste musikalische Stimmung sorgte.

Dann ging es Schlag auf Schlag, die engagierten TV-Moderatoren Julia Westlake und Steffen Hallaschka kündigten sodann an, das der Bundepräsident Frank-Walter Steinmeier und seine Frau Elke Büdenbender gleich auf die Bühne kommen werden. Also Sektglas und Sonstiges schnell abgegeben, man will ja in diesem Moment freie Hände haben. An welcher Stelle das Ehepaar dann erscheinen wird, war auch schnell zu erkennen. Es hatten sich dort gefühlte 100 Journalisten mit samt Ihrer technischen Hilfsmittel postiert. Winkend kamen sie dann aus dem Schloss und machten sich dann auf den Weg zu Ihren Plätzen vor der Bühne. Dort saß schon die weitere Prominenz wie der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer und der italienische Staatssekretär Guglielmo Picchi. Dies weil Sachsen und Italien Partnerland für diese Veranstaltung waren. Die Moderatoren kündigten nun zwei Musikstücke an und dann würde der Hausherr die Gäste offiziell begrüßen. Gesagt getan, es wurden zwei Stücke gespielt, der Hausherr machte sich auf den Weg zur Bühne und auch gleich wieder Retour, weil sich die sächsischen Bläser den kleinen Gag erlaubten, noch ein drittes Musikstück anzustimmen. Diese Einlage wurde mit viel Humor gemeistert. Aber dann war es soweit, der Bundespräsident hielt seine Rede, in der er allen ehrenamtlich tätigen Menschen für ihren Einsatz außerordentlich dankte. Bei seiner Rede ging es dann noch um die aktuelle Debatte, zu der er dann unter großem Beifall mahnte, dass man die Demokratie nicht als "System" verleumden dürfe. Zum Ende seiner Rede wünschte er allen Gästen einen schönen Abend und dass er dieses Mal ohne Regen ablaufen möge.

Der Bundespräsident machte sich sodann auf den Weg zu seinen Gästen und wie es der Zufall so will, durfte ich ihm gleich als erster die Hand schütteln. Das war dann aber auch der Moment, wo sich die Bodyguards in Stellung brachten. Nicht meinetwegen, aber wegen der jetzt in Bewegung geratenden Gäste die natürlich den persönlichen Kontakt zum Hausherren suchten. Und ja, man kann Bodyguards erkennen und so ein Bundespräsident hat viele davon. Und dann gibt es da noch den Haus- und Hoffotografen, der sicherlich noch einen Kopf größer war als ich und ich dachte ich wäre schon groß. Aber er braucht ja auch einen guten Überblick und für mich war es der "Leuchtturm" in der Masse, der mir signalisierte wo sich der Bundespräsident gerade aufhält. Der bedrängte Bundespräsident wurde dann auch mit Fragen gelöchert, wie z.B. ob er nicht die Hausaufgaben abschaffen könne. Danach versuchte er und seine Frau sich wieder ins Schloss zurück zu ziehen. Das Fest startete mit seinem Programm und im Park waren Zelte aufgebaut wo man sich entsprechend versorgen konnte. Man begegnete an allen Stellen viele bekannte Gesichter aus Funk und Fernsehen wie z.B. Guido Hammesfahr, der Nachfolger von Peter Lustig, über Schauspieler von GZSZ oder die Lochis usw.

Höhepunkt der Bühnenshow war dann der Auftritt von Gianna Nanini. Zwischendurch wurde es dann noch einmal ruhig im Park, der Bundespräsident gab für die Tagesschau ein Interview. Als letztes spielte über zwei Stunden noch die Big Band der Bundeswehr. Zwischendurch sollte dann noch ein Feuerwerk stattfinden, dieses wurde aus Sicherheitsgründen abgesagt. Der Bundespräsident wollte nicht als Brandstifter in die Geschichte eingehen. Stattdessen wurde auf dem Schloss eine Projektionsshow geworfen und danach gab es noch eine Lasershow. Ehrlich gesagt, gut dass das Feuerwerk nicht stattfand, es war mehr als ein Ersatz. Wer auf Feuerwerk steht, kann dies ja bei der nächsten Kirmes nachholen.

Nach über acht Stunden, also gegen Mitternacht, machte ich mich mit meiner Tochter auf den Heimweg. Wir kamen nicht weit, direkt am Ausgang begegneten wir der berittenen Polizei und meine Tochter musste sich doch noch um die Pferde kümmern. Wenn dann nicht der Befehl zum Abrücken gekommen wäre, würden wir wohl noch jetzt dastehen.

Sarah Schreiber

„Aber weil sie wussten, dass sie ungefähr gleich stark waren, haben sie gefragt: Mensch hast du nicht Lust, mit mir Schach zu spielen?“

Pädagogin aus Bochum

Bisherige Förderer: